Wildackerpflege - Hege ist Pflege

von Freddy Lietz

Zur Hege gehört die Pflege … Heute: Die Wildackerpflege

Am Wochenende ging es mal an unsere Wildäcker. Zu Beginn des letzten Jahres haben wir 2 von den rund 3 Wildäckern mit einer umfangreichen Kleemischung eingesät. Trotz des trockenen Sommers kam der Acker den Umständen entsprechend gut und das Rehwild, die Hasen und vieles mehr besuchten die Äcker regelmäßig und gut.

Von Beginn an gab es nur das Problem, dass sich der Sauerampfer breit machte. Ein saurer Boden und viele Bodenverwundungen ( durch die Sauen ) förderten seinen Wuchs. Da ich auf die Variante Kalk, Dünger und Co. aus Kostengründen verzichten wollte, entschied ich mich für mehrere, zeitlich gut angesetzte Schnitte.

Bereits letztes Jahr mulchten wir beide Kleeflächen während der Blütenausbildung des Sauerampfers. Dieser Vorgang beseitigt den Sauerampfer zwar nicht sofort und langfristig, gibt jedoch dem Klee das nötige Licht und den nötigen Schub sich weiter auszubilden.

So war es am Wochenende wieder so weit. Beide Kleeflächen waren äußerst stabil und absolut toll im Austrieb. Wenn da nicht noch einige Rückstände des Sauerampfers gewesen wären. Das harte, große Blatt des Sauerampfers ( Rumex acetosa ) legt sich wie ein Schirm auf einer Höhe von 30-50 cm über den Unterwuchs. Darunter unser Klee... Kaum Licht und starker Konkurrenzdruck lassen den Klee in der Regel zurückweichen.

Mittels eines Mulchers reduzierten wir die Fläche in der Höhe. Ein „Wiesenschnitt“ auf halber Höhe so zu sagen. Die Fläche war somit auf etwa 25 cm gemulcht. Und was passierte?

Es bleiben die wegrasierten Stängel des Sauerampfers ohne Blatt. Wie auf Knopfdruck wird der darunter liegende Klee sichtbar und bekommt nun ausreichend Licht. Da der Klee sehr schnittverträglich ist und auf jeden Schnitt mit ausreichendem, verzweigtem Austrieb reagiert – überwuchert er nun die Stängel des Sauerampfers und das Konkurrenzgeschehen hat sich gewandelt. Der Sauerampfer bekommt nun Druck und steht im Schatten des Klees.

Das Resultat ist die massive Ausbreitung des Klees und die stark verlangsamte Entwicklung des Sauerampfers.

Er ist somit nicht zerstört, jedoch in der Entwicklung wieder deutlich hinter dem Klee. Um die großen, harten Blätter und seine Blüte auszubilden, fehlt ihm nun der Platz sowie zum Teil das Licht. Er wird wieder kommen, jedoch geschwächt und nicht in der Masse.

Zusätzlich wird er Alternativ-Blütenstände ausbilden, welche aus dem Herz kommen. Diese gilt es dann während der Blüte entweder neu weg zu mulchen, oder wie bei uns, manuell mit der Schere einzukürzen.

Übrigens: Vor dem Mulchvorgang checken wir die Waldwiesen / Äcker und Co. Und überprüfen diese auf evtl. abliegende Kitze.

Das gleiche könnt ihr mal mit eurem Rasen ausprobieren ;-) Ein regelmäßiger Schnitt auf 4 cm sowie eine dreimalige Düngung im Jahr wirkt wahre Wunder. Das Unkraut bekommt durch den häufig und höher geschnittenen Rasen deutlich mehr Druck und entwickelt sich in der Regel auf ein erträgliches Maß zurück. Versprochen :-)

Euer Freddy

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