Die Schlehe Ein Likör aus dem Revier

von Freddy Lietz

Die Schlehe, oder Schlehendorn, botanisch Prunus spinosa ist uns Jägern auch meist als Schwarzdorn geläufig.

In unserer Flora und Fauna finden wir sie als freiwachsende Hecken und Pioniergehölze – in angelegter Weise als Vogelschutzhecken, Blütenhecken und in Wildobstbereichen. Im städtischen Bereich meist auch als Straßenbegleitgrün oder als Wind- und Sichtschutz an Böschungen.

Die Schlehe, oder der Schwarzdorn bietet vielen Lebewesen Schutz vor Räubern und Nahrung. Die weiße, duftende Blüte im April – Mai sieht als Frühjahrsblüher nicht nur toll aus, sondern zieht verschiedenste Insekten magisch an. Auch für unser Schwarzwild ist ein Schwarzdornbereich im Revier ein super Tages-Einstand. Die Schlehe wächst aufrecht und bildet Ausläufer, wächst recht dicht, hat Dornen und Stacheln und ist sommergrün. Im Winter trägt sie dann die blauen, bekannten, kleinen Früchte. Um diese geht es heute :-) .

Nachdem die Schlehe das erste Mal Frost bekommen hat, ist sie zur Verarbeitung reif. Meist etwa Mitte November bis Ende Dezember – vereinzelt Januar (falls die Vögel noch etwas übrig gelassen haben)

Ich möchte euch im folgenden meine kleine Anleitung für einen echten handgemachten, leckeren Schlehenlikör vorstellen. Was braucht ihr dazu ? Ja, eigentlich nicht viel. Ich verwende:

  • 900-1000 gr gesammelte Schlehen (Nach dem Frost - wer keine Zeit hat darauf zu warten, kann die gesammelten Schlehen   übrigens auch 1-2 Tage einfrieren und dann verwenden.)
  • 500 gr. Kandis (weiß und grob)
  • 1 Vanilleschote
  • 2 Flaschen á 0,7 Liter Wodka (38 %ig)
  • 1 Einmachglas oder Likörglas zum Ansetzen. (2-3 Liter Volumen)
  • Wer mag, kann auch Zimt mit beigeben. (Ich habe diesen weggelassen.)

Im Prinzip werden alle Mengen nacheinander in das Einmachglas gegeben. Mehr ist das nicht :-) . Nun sollte der angesetzte Likör etwa 6-8 Wochen bei mäßiger Zimmertemperatur in der Ecke stehen. Wichtig: jeden Tag oder jeden 2. Tag einmal schütteln, damit sich alles bestens vermischt.

Nach etwa 7 Wochen wird es spannend. Mittels eines Kaffeefilters gebe ich den angesetzten Likör nach und nach durch den Filter. Hier kann es sein, dass ihr den Filter ab und zu austauschen müsst, da er sich durch den Zucker und die Restbestandteile zu setzt.

Es bleibt feinster, glasklarer Schlehenlikör im Topf :-) . Abgefüllt in passende Fläschchen, sieht das handgemachte Revier-Produkt echt super aus. Nicht nur das - er schmeckt wirklich fantastisch!

Ich habe übrigens kleine Extra-Likörflaschen bestellt und den Schlehentrunk in diese Flaschen abgefüllt. Diese eignen sich neben der eigenen Verwendung hervorragend zum Verschenken :-) . Übrigens lässt sich das Ansetzen des Likörs durch verschiedene Obst- und Fruchtsorten, die verzehrbar sind, ersetzen...

Viel Spaß beim Nachmachen - Waidmannsheil - Euer Freddy 

 

 

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