Wer den Schaden hat braucht Ablenkung

von Freddy Lietz

Sommer, Sonne und Wildschaden im Weizen. In diesem Bericht wollte ich euch mal meine Vorgehensweise erzählen - eine tolle Strategie, welche sich wirklich gelohnt hat umzusetzen. Viel Spaß beim lesen und erleben... :-)

Wer den Schaden hat braucht Ablenkung

Seit einer Woche haben wir nun etwa 30 Grad. Die Sonne knallt täglich vom Himmel und die Feldfrucht reift. Der Weizen steht derzeit in der Milchreife und ist die Imbiss-Adresse Nr. 1 im Revier. Tolle Ansitze, tolle Momente und viel sommerlichen Anblick auch bei gutem Licht bieten sich nun. Sauen ziehen im letzten guten Licht aus dem Wald – unter der Obhut der Bachen wechseln die Frischlinge hinterher. Sie sind stets wachsam – dennoch treibt sie der Weizen massiv in die Flächen und es kommt zu erheblichem Schaden. Schaden, den der Jäger in Form einer Pauschale oder nach Quadratmetern aus eigener Tasche zahlt.

Derzeit kann ich einige Überläufer, einen einzelnen Keiler, eine größere Rotte und eine kleinere Rotte, bestehend aus 2 Bachen und einigen Frischlingen ( jagdlich schwieriger Fall ) bestätigen. Das Erlegen von Frischlingen unter 20 kg. kommt für mich nur im äußersten Notfall, Schadensfall oder unter anderen schwierigen Voraussetzungen in Frage. Um die die Bachen mit den Frischlingen aus den Schadflächen zu ziehen habe ich am Sonntag eine kleine Ablenk-Kirrung angelegt – und da geht was :-)

Jeden Tag bestücke ich die Ablenk-Kirrung neu, kontrolliere die Kamera und Fährte alles ab. Was soll ich sagen – die 2 Bachen bleiben weitestgehend aus den Weizenfeldern raus und halten sich teilweise bei bestem Licht an der Kirrung auf. Der Grund dafür? Hier herrscht Jagdruhe :-)  Morgens um 6 oder Abends um 10 Uhr brechen sie entspannt an der Kirrung. Parallel konnten wir an den Schadflächen den Jagddruck hoch halten und einen Überläuferkeiler erlegen. Die Bache mit Anhang bleibt verschont solange sie die Flächenbei der nächtlichen Runde auslässt . Bislang eine tolle Strategie um die untergewichtigen ( unter 20 kg. Frischlinge mit recht wenig Wildbret ) zu verschonen.

Kommt der Weizen demnächst aus der Milch und geht in den weiteren Reifeprozess über, haben wir schon mal das schlimmste überstanden. Werden die Flächen geerntet dürften die Frischlinge auch gewichtstechnisch soweit sein, das man sie gezielt entnehmen kann – bei Bedarf.

Anbei mal ein Bild mit Schwarzwild bei Tageslicht :-)

Auch das ist Jagd!

Waidmannsheil - Euer Freddy

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